Weather-Basic-Care -- D E M O
Blick aufs Wetter von Baden-Württemberg und Deutschland
Die Daten werden vom Deutschen Wetterdienst bereitgestellt.
Heute ist Freitag, 13. Februar 2026 - 23:38 Uhr
Synoptische Übersicht - Mittelfrist
ausgegeben am Freitag, den 13.02.2026 um 10.30 UTC
Unbeständig, mit wiederholten teils länger andauernden Niederschlägen, teils als Schnee, im Norden meist nasskalt, im Süden zeitweise milder
Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 20.02.2026
Im ab Montag beginnenden Mittelfristzeitraum dominiert ein Langwellentrog über dem Nordostatlantik und Skandinavien das Wettergeschehen in Mitteleuropa. An seiner Südflanke laufen Randtröge südostwärts nach Ost- und Südosteuropa. Am Wochenende kommender Woche tropft ein Troganteil über Westeuropa zum westlichen Mittelmeer ab. In Deutschland dominiert Tiefdruckeinfluss, Hochdruckeinfluss findet allenfalls in der Form von Zwischenhochs statt.
Am Montag und in der Nacht zum Dienstag schwenkt ein Trog unter Verlängerung seiner Amplitude ostwärts nach Mitteleuropa und erstreckt sich Dienstagfrüh von der Nordsee bis zur Adria. Ein Tief über der Nordsee zieht unter Abschwächung nach Norddeutschland und nimmt eine Rinnenform an. Die dazugehörige Okklusion kommt über dem Süden rasch, nach Norden dagegen nur langsam ost- bzw. nordostwärts voran. Die Temperaturen in 850 hPa liegen anfangs zwischen -7 Grad im Nordosten und +1 Grad im Südwesten Deutschlands. Bis Dienstagfrüh liegen sie verbreitet um -5 Grad, an der Oder bei -10 Grad. Bodennah wird vorderseitig der Okklusion im Norden und Osten mit östlicher Strömung Kaltluft advehiert. Niederschläge fallen dort überwiegend in der festen Phase. Im Süden und Westen dominiert in tiefen Lagen die flüssige Phase. Im Übergangsbereich kann anfangs gefrierender Regen nicht ausgeschlossen werden. Durch die Labilisierung des Troges sind im Südwesten einzelne Gewitter, teils mit Graupel wahrscheinlich. Zudem frischt im süddeutschen Bergland der westliche Wind kräftig bis stürmisch auf.
Am Dienstag schwenkt der Trog unter weiterer Vergrößerung seiner Amplitude ostwärts und in der Nacht zum Mittwoch erreicht von Südwesten ein flacher Rücken Westdeutschland. Am Boden verlagert sich das rinnenförmige Tief nach Nordostpolen. Es folgt von Frankreich ein Hoch nach, der Schwerpunkt liegt Mittwoch früh über Süddeutschland. In 850 hPa liegen die Temperaturen zwischen -4 und -10 Grad, an Oder und Neiße vorübergehend um -13 Grad. Abseits des Nordostens, wo trockenere Luft einfließt, kommt es verbreitet zu Niederschlägen, die in tiefen Lagen West- und Süddeutschlands als Regen oder Schneeregen fallen, sonst meist als Schnee und an den Alpen langanhaltend sind. In der Nacht zum Mittwoch klingen die Niederschläge weitgehend ab.
Am Mittwoch und in der Nacht zum Donnerstag schwenkt der angesprochene Keil nach Mitteleuropa, wird allerdings rasch von WLA überlaufen. Das Bodenhoch wandert rasch nach Osten und Deutschland gelangt in den Einflussbereich eines Sturmtiefs, dass Donnerstagfrüh bei Irland liegt. Im Zuge einer Warmfront, die ab Mittwochabend von Westen auf Deutschland übergreift steigen die Temperaturen bis Donnerstagfrüh auf -4 Grad über Rügen und +4 Grad im Süden Baden-Württembergs. Mit der Warmfront kommen leichte Niederschläge auf, die anfangs oft als Schnee fallen und bei Übergang zu Regen örtlich für Glatteis sorgen können. Donnerstagfrüh erreichen die Niederschläge die Osthälfte. In Gipfel- und Kammlagen frischt der Südwestwind stürmisch auf.
Am Donnerstag und in der Nacht zum Freitag schwenkt der Rücken nach Osteuropa und über Westeuropa weitet sich ein Trog zur Iberischen Halbinsel aus. Das Sturmtief bei Irland zieht unter leichter Abschwächung zum Südteil der Nordsee. Nachdem die Temperaturen in 850 hPa vorübergehend überall in den positiven Bereich steigen sinken diese in der Nacht zum Freitag nach Durchzug der Kaltfront mit Zustrom erwärmter subpolarer Meeresluft auf Werte meist knapp unter dem Gefrierpunkt. Nach Abzug der Warmfront kommt es vor allem mit der Kaltfront zu Niederschlägen, die verbreitet als Regen fallen. Der Südwestwind frischt vor allem in der Westhälfte deutlich auf und erreicht dort in Böen Bft 7 bis 8, exponiert Bft 9.
Am Freitag schwenkt der sich immer weiter amplifizierende Trog über Westeuropa langsam ostwärts. Das Tief über der Nordsee zieht bis Samstagfrüh zur zentralen Ostsee. Ein Bodentrog reicht nach Frankreich und schwenkt unter allmählicher Auflösung südostwärts. Vorderseitig des Bodentrogs liegen die Temperaturen in 850 hPa um -1, danach um -5 Grad. Vorderseitig des Höhentroges kommt es über dem Golf von Genua zu einer Zyklogenese, etwa südlich der Donau setzen in der Folge Aufgleitniederschläge ein. Die Schneefallgrenze sinkt auf 600 bis 800 Meter. Sonst kommt es zu Schauern, teils bis in tiefe Lagen mit Schnee vermischt. Vorderseitig des Bodentroges kommt es über Nordhälfte zu Böen von Bft 7 bis 8, exp. Bft 9 auf Südwest bis West.
Am Samstag schwenkt der Trog weiter langsam nach Mitteleuropa. Über dem westlichen Mittelmeer findet ein Abtropfungsprozess statt. Deutschland liegt zwischen dem Tief über der Ostsee und einem Hoch bei Portugal in einer nordwestlichen Bodenströmung. Das Temperaturniveau in 850 hPa sinkt bis Sonntagfrüh auf -7 bis -10 Grad. Die Aufgleitniederschläge an den Alpen lassen mit Südverlagerung des Oberitalientiefs nach, dort setzt Nordweststau ein. Sonst kommt es zu Schauern, die zunehmend bis in tiefe Lagen als Schnee fallen.
Für die erweiterte Mittelfrist, zeigt EZMW ein über die Britischen Inseln nach Deutschland ziehendes Tief. Zu Wochenbeginn stellt sich über Mitteleuropa ein "high over low" Lage ein. Die Entwicklung ist angesichts großer Modellunterschiede zum Vorlauf mit Vorsicht zu genießen.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Zum gestrigen 00 UTC-Lauf ergeben sich bereits zu Beginn der Mittelfrist signifikante Unterschiede und ab Dienstag ist die Konsistenz als schlecht zu bewerten. Statt kleinräumiger Tiefs über Süddeutschland, gibt es ein großräumiges steuerndes Tief nahe den Britischen Inseln. Zum gestrigen 12 UTC-Lauf ist die Konsistenz deutlich besser, dennoch ergeben sich bereits ab Dienstag Unterschiede vor allem in der Phase von Trog und Rücken. Die Konsistenz ist mäßig gut.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die anderen Modelle wie ICON und GFS simulieren zur Wochenmitte eine teils deutlich südlichere Zugbahn des Tiefs über den Süden oder die Mitte Deutschlands, ähnlich des gestrigen EZMW 00 UTC-Laufs. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Modellen im Druckfeld sind somit bereits ab Mittwoch erheblich. Die Auswirkungen auf mögliche markante Schneefälle, Dauerregen oder Sturm sind signifikant.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Bereits am Dienstag/Mittwoch kommender Woche nehmen die Unsicherheiten deutlich zu. Dies zeigt sich in der deutlichen Spreizung des Ensembles der Temperatur in 850 hPa in 2 Meter Höhe. Die deutschlandweite milde Lösung des Hauptlaus ist zwar kein Ausreißer, aber insbesondere in Nord- und Mitteldeutschland am oberen Ende des Ensembles. Deutlich kältere Varianten respektive südliche Tiefdruckzugbahnen wie bei externen Modellen sind möglich. Der Wärmebuckel zur Mitte kommender Woche ist im Ensemble von GFS weniger stark ausgeprägt als bei EZMW, wobei der Hauptlauf gerade für die mittleren Landesteile ein kalte Ausreißerrolle einnimmt.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
WIND: Das EPS zeigt für den Montag und Dienstag in der Südwesthälfte Deutschlands erhöhte Wahrscheinlichkeiten für Bft 7, erhöhte Wahrscheinlichkeiten für Bft 8/9 beschränken sich weitgehend auf das Bergland. Für die Wind-/Sturmlage zur Wochenmitte ergeben sich aus dem EPS keine nennenswerten Hinweise, der Spread ist groß. SCHNEE: Für den Montag gibt es deutliche Hinweise für gebietsweise mehr als 5 l/qm Niederschlag in Form von Schnee in 24 Stunden und in Weststaulagen der Mittelgebirge Hinweise für mehr als 10 l/qm, im Allgäu sind mehr als 20 l/qm wahrscheinlich. Am Dienstag beschränken sich die erhöhten Wahrscheinlichkeiten für mehr als 5 l/qm auf die Nordweststaulagen der Mittelgebirge, im Schwarzwald gibt es Hinweise auf mehr als 15 l/qm und im Allgäu auf mehr als 20 l/qm. Für die Folgetage gibt es meist keine signifikanten Wahrscheinlichkeiten mit Ausnahme des Alpenrands am Freitag/Samstag. Dort gibt es Hinweise für mehr als 15 l/qm in 24 Stunden. NIEDERSCHLAG: Für den Montag und Dienstag gibt es mittlere Wahrscheinlichkeiten für mehr als 30 l/qm Niederschlag in 24 Stunden für den Schwarzwald und das Allgäu.
Basis für Mittelfristvorhersage EZMW mit Abstrichen, MOSMIX
VBZ Offenbach / M.Sc. Met. Thore Hansen