Weather-Basic-Care -- D E M O
Blick aufs Wetter von Baden-Württemberg und Deutschland
Die Daten werden vom Deutschen Wetterdienst bereitgestellt.
Heute ist Freitag, 09. Januar 2026 - 14:56 Uhr
Synoptische Übersicht - Mittelfrist
ausgegeben am Freitag, den 09.01.2026 um 10.30 UTC
Ab Montag von Südwest nach Nordost sukzessive milder, dabei eine mögliche Unwetterlage durch gefrierenden Regen. In der zweiten Wochenhälfte weiterhin leicht wechselhaft in sehr mildem Temperaturniveau.
Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 16.01.2026
Zu Beginn des Mittelfristzeitraums am Montag setzt nach dem sehr kalten Wochenende eine Milderung ein. Ein Höhenrücken schwenkt nach Deutschland ein, wird jedoch rasch von einem überlaufenden Kurzwellentrog überquert. Dieser stützt die erste Okklusions- bzw. Warmfront eines Sturmsystems bei Schottland, die im Tagesverlauf von Westen her auf ganz Deutschland übergreift. Damit setzen zunächst Schneefälle ein, die mit der raschen Milderung der unteren Troposphäre bald in Regen übergehen. Trotz eines deutlich auffrischenden Südwindes dürfte die bodennahe Kaltluft jedoch nicht überall vollständig ausgeräumt werden, sodass bereits tagsüber ein erhöhtes Glatteisrisiko besteht. Das genaue thermische Profil zum Zeitpunkt des Niederschlagseinsetzens ist noch unsicher; es ist durchaus möglich, dass die Schneephase nur eine untergeordnete Rolle spielt und gefrierender Regen dominiert. In diesem Fall wäre insbesondere ab der Mitte und im Osten eine markante bis unwetterartige Glatteislage zu erwarten. In der Nacht zum Dienstag erreichen die Niederschläge den Osten bis zur Oder. Dort fällt anfangs noch Schnee, wobei Neuschneemengen um 5 cm möglich sind. Während sich die Lage in der Westhälfte bei deutlich positiven Temperaturen zunehmend entspannt, bleibt sie von Ostbayern über Mecklenburg bis in die östlichen Landesteile hinein bei noch negativen Temperaturen weiterhin angespannt.
Am Dienstag weitet sich über dem nahen Atlantik ein Langwellentrog weit nach Süden aus, während sich im Gegenzug von Südwesten her ein weiterer Höhenrücken über Mitteleuropa etabliert und seinen Vorgänger ersetzt. Deutschland gelangt in eine südwestliche Höhenströmung mit bodennahem Südwind, wodurch zunehmend milde Luftmassen herangeführt werden. Südwestlich der Elbe steigen die Temperaturen in 850 hPa auf über 0 °C, im Südwesten teils bis +7 °C, und auch bodennah setzt sich eine deutliche Milderung durch. Im Nordosten werden ebenfalls positive Temperaturen erreicht, lediglich in Kältelagen der östlichen Mittelgebirge sowie entlang von Oder und Neiße hält sich noch Frost. Eine weitere, vom Südosten bis in die Mitte ziehende Front bringt ausschließlich Regen. Trotz teilweise noch gefrorener Böden ist aufgrund der ausgeprägten Milderung kaum noch mit Glatteis zu rechnen. Nach Abzug der Front kann es in der Nacht zum Mittwoch bei Wolkenauflockerungen im Süden jedoch lokal zu gefrierender Nässe kommen.
Am Mittwoch verlagert sich der Höhenrücken allmählich nach Osten, während ein neuer Kurzwellentrog mit einer vorlaufenden Kaltfront auf Deutschland übergreift. Diese bringt etwas Regen, jedoch erwärmte Polarluft, sodass keine markante Abkühlung eintritt. Mit der Winddrehung auf Südwest wird auch im Nordosten die verbliebene bodennahe Kaltluft vollständig ausgeräumt. Dort sowie im Südosten ist Glatteis allerdings lokal nochmals nicht ganz ausgeschlossen.
Am Donnerstag schwenkt ein weiterer Kurzwellentrog durch, während der Haupttrog westlich von Mitteleuropa verbleibt. Die südwestliche Strömung bleibt damit erhalten. Leichte Niederschläge ziehen durch, zudem frischt der Wind insbesondere an der Küste sowie in den Hochlagen deutlich auf. Bei Höchstwerten zwischen 2 und 11 °C schreitet die Schneeschmelze weiter voran. Da keine nennenswerten Niederschlagsmengen erwartet werden, ist ein ausgeprägtes Tauwetter mit Hochwassergefahr weiterhin nicht zu erwarten.
Im weiteren Verlauf verbleibt Deutschland auf der Vorderseite des atlantischen Langwellentroges, meist unter südlicher Strömung. Die niedertroposphärische Luftmasse bleibt insgesamt mild. In den östlichen Landesteilen kann es bei zeitweise geringerer Bewölkung insbesondere nachts jedoch wieder zu deutlicher Abkühlung kommen, während es im Westen unbeständiger und insgesamt milder bleibt. Somit dürfte der überwiegende Teil der Schneedecke im Flachland abgeschmolzen sein.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz der jüngsten IFS-Läufe ist über den gesamten Mittelfristzeitraum hinweg insgesamt gut. Eine markante Milderung wird dabei durchgängig unterstützt. Der aktuelle Lauf zeigt sich gegenüber den gestrigen Rechnungen sogar etwas schneller, sodass auch im Osten allmählich Tauprozesse einsetzen.
Insgesamt kommt es von Montag bis Mittwoch durch das Übergreifen zweier Warmfronten sowie einer nachfolgenden Kaltfront von Südwesten und Westen her zu einer deutlichen Milderung. Mit der ersten Warmfront treten zunächst Schneefälle auf, die jedoch rasch in Regen übergehen. Dabei besteht insbesondere ab der Mitte und im Osten eine deutlich erhöhte Glatteisgefahr. Das genaue Timing der Frontpassagen ist noch mit Unsicherheiten behaftet, hier zeigen die Modelle weiterhin teils größere Unterschiede.
Im weiteren Verlauf bleibt es leicht wechselhaft bei milden bis sehr milden Temperaturen. Die vorhandene Schneedecke geht dabei allmählich zurück. Da die Milderung nach heutigem Stand ohne nennenswerte Niederschläge und ohne starke Windereignisse einsetzt, ist ein ausgeprägtes Tauwetter mit erhöhter Hochwassergefahr derzeit nicht zu erwarten.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die aktuell vorliegenden deterministischen Globalmodelle zeigen für den Mittelfristzeitraum insgesamt eine recht ähnliche Entwicklung. Unterschiede bestehen jedoch hinsichtlich der Geschwindigkeit, mit der die Warmluft von Südwesten und Westen her auf Deutschland übergreift. GFS, IFS und UKMO simulieren dabei den Vorstoß am zügigsten, während ICON die bodennahe Kaltluft am längsten aufrechterhält und diese erst verzögert vollständig ausräumt.
Als markantestes Ereignis wird modellübergreifend die erste Okklusionsfront am Montag sowie in der Nacht zum Dienstag gerechnet, an der zugleich die höchsten Niederschlagsintensitäten auftreten. In dieser Hinsicht besteht zwischen den Modellen eine gute Übereinstimmung. Das genaue Timing der Frontpassage wird jedoch weiterhin deutlich unterschiedlich simuliert.
Einheitlich zeigen alle Modelle eine ausgeprägte Milderung in der Höhe mit deutlich positiven Temperaturen, sodass insgesamt eine Glatteislage signalisiert wird. Aussagen zur räumlichen Ausdehnung und zur Intensität sind derzeit noch mit Unsicherheiten behaftet, die entsprechenden Signale haben sich jedoch im Vergleich zu den Vortagen nochmals verstärkt.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen (EPS-Plumes) verschiedener Städte in Deutschland zeigen bis Dienstag verbreitet einen deutlichen Anstieg des Geopotenzials, anschließend ein vergleichsweise konstantes Niveau bei insgesamt mäßiger Streuung. Auch die Temperaturen in 850 hPa steigen rasch an, wobei im Südwesten der Anstieg deutlich früher und mit geringerer Streuung erfolgt. Dort wird die 0-°C-Isotherme teils bereits am Montagabend überschritten. Selbst im Nordosten ist die Milderung zumindest in der mittleren Troposphäre klar erkennbar.
Der Ensemble-Spread bleibt bis weit in den Mittelfristzeitraum hinein gering. Nach dem ausgeprägten Temperaturanstieg pendeln sich die 850-hPa-Temperaturen um den Gefrierpunkt ein. Im Flachland ist damit zunächst nicht mehr mit Schneefall zu rechnen, und die vorhandene Schneedecke geht nach und nach zurück. Zudem zeigen die Ensembles wiederholt Niederschlagssignale, was insgesamt auf eine wechselhafte Witterungsphase hindeutet.
Die Clusteranalyse zeigt zu Beginn fünf Cluster, wobei sich Haupt- und Kontrolllauf im Cluster 4 befinden. Alle Cluster weisen einen Höhenrücken über Europa auf, flankiert von zwei Langwellentrögen über Osteuropa und dem Atlantik. Auch wenn die Struktur zunächst blockierend erscheint, ist eine gewisse Verlagerung erkennbar. Dadurch hat die eingeflossene Polarluft keine Möglichkeit, sich über Deutschland zu etablieren, während von Westen her bereits eine Milderung einsetzt.
Im Zeitraum t+120-168 h ergeben sich drei Cluster, mit Haupt- und Kontrolllauf in Cluster 2. Dieses Szenario zeigt eine ostwärtige Verlagerung des Höhenrückens sowie eine zunehmende südwestliche Strömung in der Höhe über Deutschland. Damit ist der Weg frei für eine durchgreifende und nachhaltige Milderung.
Im Zeitraum t+192-240 h liegen nur noch zwei Cluster vor, mit Haupt- und Kontrolllauf ebenfalls in Cluster 2. Dieses Cluster weist eine zunehmende Zonalisierung der Strömung auf, verbunden mit einer ostwärtigen Progression der Langwellentröge. Deutschland gelangt dabei in eine westliche, zyklonal geprägte Wetterlage.
Fazit: Das Ende des winterlichen Wetters setzt sich in der kommenden Woche nordostwärts durch. Insbesondere zu Wochenbeginn ist jedoch mit einer markanten, teils unwetterartigen Glatteislage zu rechnen. Auch im Nordosten greift schließlich die Milderung durch, bei insgesamt wechselhafter Witterung.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
GLATTEIS/SCHNEE: Am Montag sowie in der Nacht zum Dienstag besteht insbesondere ab der Mitte und im Osten Deutschlands ein erhöhtes Risiko für Glatteis durch gefrierenden Regen, teils mit unwetterartigem Charakter. Dabei ist es möglich, dass die Niederschläge gebietsweise direkt als Regen einsetzen und die Schneephase zumindest in der Mitte nur kurz oder untergeordnet ausfällt. Von Ostbayern bis nach Vorpommern sind vor dem Übergang in Regen Neuschneemengen von etwa 5 bis 10 cm möglich.
Auch an den Folgetagen kann es von Ostbayern bis zur Oder erneut zu gefrierendem Regen kommen. Insgesamt überwiegt jedoch die Tendenz einer fortschreitenden Milderung, die sich zunehmend auch im Osten durchsetzt.
STURM: Signale für stürmische Böen zeigt das IFS-EPS insbesondere am Montag, Mittwoch und Donnerstag im Bereich der Nordsee, dort häufig bei ablandiger Strömung. Am Montag werden zudem stürmische Böen im westlichen Bergland angedeutet. Abgesehen davon spielt Wind im Mittelfristzeitraum voraussichtlich eine untergeordnete Rolle.
Basis für Mittelfristvorhersage MOS-MIX, IFS-EPS
VBZ Offenbach / Dipl.Met. Marco Manitta