Weather-Basic-Care -- D E M O
Blick aufs Wetter von Baden-Württemberg und Deutschland
Die Daten werden vom Deutschen Wetterdienst bereitgestellt.
Heute ist Mittwoch, 21. Oktober 2026 - 00:37 Uhr
Synoptische Übersicht - Mittelfrist
ausgegeben am Dienstag, den 20.10.2026 um 10.30 UTC
Unbeständig mit wiederholten Regenfällen und zeitweise stürmischem Wind.
Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 27.10.2026
Im mittelfristigen Vorhersagezeitraum erwartet uns ein unbeständiger Witterungsabschnitt mit wiederholten Regenfällen und zeitweise stürmischem Wind. Wie die Entwicklung im Detail aussieht, ist allerdings auch aus heutiger Sicht noch unsicher.
So reicht auf Basis des IFS am Freitag ein Höhentrog von Island über die Britischen Inseln hinweg bis nach Frankreich. Er schwenkt im Tagesverlauf allmählich weiter ostwärts. In dessen südlichen Bereich konnte sich entwicklungsgünstig gelegen bereits am Vortag ein ausgewachsenes Sturmtief entwickeln. Es zieht am Freitag mit seinem Kern und einem Kerndruck knapp unter 980 hPa vom Ärmelkanal entlang der niederländischen Nordseeküste und erreicht Samstagfrüh Ostfriesland. Dabei hat es Freitagfrüh bereits den Höhepunkt seiner Entwicklung erreicht, sodass es sich auf dem weiteren Weg bereits wieder etwas abgeschwächt hat (Samstagfrüh Kerndruck knapp unter 995 hPa). Nachfolgend zieht es unter weiterer Abschwächung über den Norden Schleswig-Holsteins Richtung Skagerrak, wo es sich schließlich auflöst. Mit Annäherung des Tiefs nimmt der Druckgradient über Deutschland deutlich zu und der Wind frischt im Laufe des Freitags auf. Durch die Zugbahn des Tiefs sind davon vor allem zunächst der Südwesten und Westen und Teile der Mitte betroffen mit Böen Bft 7 bis 8 um Süd, Samstagfrüh und Samstagvormittag dann auch der Nordwesten und äußerste Norden sowie die Ostseeküste. In Gipfellagen und im Nordseeumfeld gibt es auch Sturmböen Bft 9, exponiert auch schwere Sturmböen Bft 10. Wie weit das Windfeld nach Osten ausgreift, ist noch unsicher. Das zugehörige schon weitgehend okkludierte Frontensystem überquert das Vorhersagegebiet am Freitag rasch nordostwärts, bevor dann an der Südflanke des Tiefs Freitagabend und in der Nacht vor allem im Westen und Norden neue Niederschläge aufkommen. Dabei kann es auch mal kräftiger regnen, Hinweise auf warnwürdige Mengen gibt es aber nicht.
Am Samstag und in der Nacht zum Sonntag überquert der Höhentrog Deutschland allmählich ostwärts. Am Rande des nordwärts ziehenden Bodentiefs kommt es vor allem in der Mitte und im Norden noch zu Regen, sonst nur vereinzelt zu Schauern. Allerdings wird der Alpenrand und der äußerste Südosten Deutschlands von einem Tief über Norditalien beeinflusst, sodass auch dort Niederschlag fällt. Mit Absinken der Temperatur in 850 hPa auf etwa 0 Grad kann in den Hochlagen der Alpen etwas Schnee fallen. Vor allem im Küstenumfeld bleibt es noch teils stürmisch, sonst lässt der Wind nach.
In der Zwischenzeit hat sich vorderseitig eines von Großbritannien Richtung Nordsee vorstoßenden Troges das nächste Sturmtief entwickelt. Es zieht am Sonntag unter Abschwächung von Schottland zur mittleren Nordsee. Von dort aus kommt es korrespondierend zu dem Trog in der Höhe nur noch langsam und unter weiterer Auffüllung Richtung Deutsche Bucht voran, wo es sich schließlich in der Nacht zum Dienstag auflöst. So bleibt der stürmische Wind mit Bft 8 bis 9, exponiert 10 an den Küsten aufrecht, bzw. nimmt im Westen und Nordwesten mit Böen Bft 7 bis 8 wieder zu, bevor er dann im Laufe des Montags wieder nachlässt. Das Frontensystem greift bereits im Laufe der Nacht zum Sonntag von Westen über und hat uns bis Montag 00 UTC ostwärts überquert. Im Bereich des Troges kommt es dann am Montag zu Schauern.
Am Dienstag kommt der Höhentrog durch einen blockierenden Höhenrücken über Russland kaum mehr weiter ostwärts voran und tropft schließlich Richtung Süden ab. Ihm folgt von Westen ein Höhenrücken. Er sorgt für eine vorübergehende Wetterberuhigung, bevor dann in der Nacht zum Mittwoch der nächste Tiefausläufer auf uns übergreift.
Das Temperaturniveau liegt insgesamt in dem für die Jahreszeit normal üblichen Bereich.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des EZMW-Modells lässt bereits zu Beginn der Mittelfrist nach. So wird die Zugbahn des Sturmtiefs am Freitag/Samstag auf etwas anderem Kurs gerechnet als im gestrigen 00 UTC Lauf, ähnlich zum gestrigen 12 UTC Lauf. Allerdings ist die Verlagerungsgeschwindigkeit noch etwas langsamer geworden als im gestrigen 12 UTC Lauf. Entsprechend findet auch die Frontpassage etwas später statt. Auch die nachfolgende (Sturm-) Tiefentwicklung am Sonntag/Montag wird seit dem gestrigen 12 UTC Lauf anders prognostiziert. Das Tief, das gestern von IFS über die Mitte Deutschlands geführt wurde, hat nun eine deutlich nördlichere Zugbahn über die mittlere Nordsee hinweg. Entsprechend hat sich auch hier die Niederschlags- und Windentwicklung geändert. Nach Passage der Sturmtiefs gleichen sich die Modellläufe hingegen wieder an.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Auch im Vergleich zu anderen Modellen zeigt die Entwicklung beider Sturmtiefs noch größere Unsicherheiten mit entsprechenden Auswirkungen auf die Wind- und Niederschlagsentwicklung. IFS zeigt ähnlich wie GFS und UK10 eine Zugbahn entlang der niederländischen Nordseeküste über die Deutsche Bucht hinweg, ICON liegt nördlicher. Entsprechend beeinflusst das Wind-/Sturmfeld vor allem den Nordwesten Deutschlands und nicht auch den Westen und Südwesten. Zudem schwächt es sich bei IFS und UK10 rascher ab als bei GFS und ICON.
Bei dem nachfolgenden Sturmtief wird die Zugbahn zumindest von ICON ähnlich zu IFS gezeigt. GFS zeigt eine deutlich nördlichere Zugbahn.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen für ausgewählte Stationen in Deutschland zeigen für Temperatur, Niederschlag und Geopotential bis einschließlich Sonntag einen relativ geringen Spread. Erst danach nimmt der Spread deutlich zu. Dann steigt der Median der 850 hPa-Temperatur und des Geopotentials nach Durchschwenken der Tröge zu Beginn kommender Woche vorderseitig des neuen Tiefausläufers rascher an als bei dem Kontrolllauf. Vor allem am Wochenende zeigen die Rauchfahnen deutliche Niederschlagssignale für mehr oder weniger alle vorliegenden Gitterpunkte.
Die Clusterung des EZMW für den Zeitraum von t+72 bis 96 Stunden zeigt vier Cluster. Der Kontrolllauf befindet sich in Cluster 2, der insgesamt 14 Member enthält. In Cluster 1 sind es 16 Member. Beide sehen sich sehr ähnlich und bei Betrachtung des 1000 hPa Geopotentials mit einer Zugbahn des Sturmtiefs wie oben beschrieben. Cluster 3 enthält 13 Member und Cluster 4 beinhaltet 8 Member. Beide zeigen eine etwas nördlichere Zugbahn und gehen somit in Richtung der ICON Lösung. Insofern ist auch diese Lösung weiterhin nicht zu vernachlässigen und die Unsicherheiten bleiben bestehen.
Für den nachfolgenden Zeitraum t+120 bis 168 Stunden gibt es ebenfalls vier Cluster. Zumindest das Tief über Deutschland taucht nirgends mehr auf, dennoch liefert auch die Clusterung keine eindeutigeren Aussagen bzgl. des zweiten Sturmtiefs.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Im Vorhersagezeitraum ist vor allem die Windentwicklung in Teilen Deutschlands signifikant. Auf Basis der Mehrheit der Modelle und der Ergebnisse von EZMW-EPS und ICON-EPS ist im Folgenden das aus heutiger Sicht wahrscheinlichste Szenario dargestellt.
Am Freitag und in der Nacht zum Samstag sind im Westen und Nordwesten stürmische Böen aus Südwest, im Nordseeumfeld und in den Gipfellagen der Mittelgebirge und der Alpen Sturmböen Bft 9 wahrscheinlich, in exponierten Gipfellagen auch schwere Sturmböen (Bft 10) oder Orkanböen (Bft 11 bis 12).
Am Samstag sind an den Küsten und in einigen Gipfellagen Sturmböen Bft 8 bis 9 aus Südwest bis Süd wahrscheinlich, in exponierten Höhenlagen schwere Sturmböen Bft 10.
Am Sonntag sind an den Küsten Sturmböen Bft 8 bis 9, auf einigen Nordseeinseln auch schwere Sturmböen Bft 10 aus Süd bis Südwest wahrscheinlich. Auch im Nordwesten und Westen sind stürmische Böen Bft 8 nicht ausgeschlossen. In exponierten Höhenlagen schwere Sturmböen Bft 10.
Am Montag ist es an den Küsten und im höheren Bergland weiterhin stürmisch mit Böen Bft 8 bis 9 aus Südwest bis Süd, exponiert sind Böen Bft 10 nicht ausgeschlossen.
Basis für Mittelfristvorhersage IFS, IFS-EPS, ICON-EPS, MOS-Mix
VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Johanna Anger