Weather-Basic-Care -- D E M O
Blick aufs Wetter von Baden-Württemberg und Deutschland
Die Daten werden vom Deutschen Wetterdienst bereitgestellt.
Heute ist Samstag, 07. Februar 2026 - 17:56 Uhr
Synoptische Übersicht - Mittelfrist
ausgegeben am Samstag, den 07.02.2026 um 10.30 UTC
Zunächst milder mit teils längeren Niederschlägen und nur noch örtlich gefrierendem Regen, zum Wochenende wieder kälter mit Glätte. Dazu zeitweise windig bis stürmisch.
Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 14.02.2026
Ich schicke das Fazit vorweg: Nichts Genaues weiß man nicht. Die Modelle variieren stark. Die Modellläufe unterliegen großen Schwankungen. Es kommt mildere Luft, die voraussichtlich auch den Nordosten Deutschlands erreicht. Ein bemerkenswertes Temperaturgefälle zwischen Nordost und Südwest (10 bis 14 K) bleibt aber auch in dieser Mittelfrist bestehen. Dazu ist es immer wieder nass, vor allem im Südwesten droht Dauerregen. Und es kommt teils stürmischer Wind auf, der vorrangig die Küsten und Berge sowie den Süden des Landes betrifft.
Zu Beginn der Mittelfrist am Dienstag liegen wir zwischen einem Hoch über Osteuropa und einem Tief über dem nahen Atlantik. Dabei fällt der Druck von Westen her zusehends. In südlicher Strömung wird milde Luft voraussichtlich auch in den Nordosten Deutschlands geführt. Bis zum Abend wird die -5 Grad Isotherme in 850 hPa bis nach Rügen und Usedom verdrängt. Für Vorpommern und die Ostseeinseln lässt sich weiterhin Dauerfrost nicht ausschließen. Von Nordfriesland bis in die Uckermark sollte es aber für zarte Plusgrade reichen. Im Westen und Süden fließen zeitgleich +2 bis +4 Grad ein, was am Boden in Maxima von 8 bis 10 Grad am Rhein resultiert. Die Luft ist zunächst recht trocken, wird aber im Vorfeld einer von Südwesten her aufziehenden Warmfront angefeuchtet. Diese gehört zu einem Tief auf dem Atlantik, das sich in der Nacht zum Mittwoch auf die Britischen Inseln verlagert.
Die Warmfront erreicht voraussichtlich in der ersten Nachthälfte zum Mittwoch den Südwesten und schiebt sich unter zunehmender Okklusion im Tagesverlauf ost- und nordwärts. Dabei werden weite Teile Deutschlands von feuchter Luft geflutet, die für Regen und anfangs noch in den östlichen Mittelgebirgen sowie in den höheren Lagen der Alpen (Schneefallgrenze über 1400 m) für Schnee sorgt. Mit Vorankommen der feuchten Luft nach Nordosten in den Abend- und Nachtstunden, gelangt diese in Regionen mit bis dato kälterer Luft, was stellenweise noch zu gefrierendem Regen und somit Glatteis führen kann. Hinter der Okklusion trocknet die Luft etwas ab. Allerdings sorgt eine kleine Welle über Frankreich für Feuchtnachschub im Südwesten und Süden, was dort in weiteren Regenfällen und in Staulagen des Schwarzwaldes insgesamt nicht unerheblichen Mengen resultiert. Die Milderung der Warmfront ist deutlich spürbar, im Westen und Südwesten werden verbreitet Maxima zwischen 10 und 14 Grad erwartet. Im Nordosten geht die Dauerfrostgefahr weiter zurück (0 bis +3 Grad maximal). Das Bodentief über den Britischen Inseln verlagert sich im Tagesverlauf langsam ostwärts, was zu steigendem Druckgradienten und vor allem an den Küsten sowie im Süden Deutschlands auffrischendem Wind führt. An den Küsten sind steife und exponiert stürmische Böen möglich. Im Süden kann es in den Niederungen ebenfalls zu steifen bis stürmischen Böen kommen, während im Bergland mit Sturmböen und auf den Gipfeln mitunter mit schweren Sturmböen zu rechnen ist. Die Welle verlagert sich voraussichtlich in der Nacht zum Donnerstag über die Alpen südwärts, wo sie dann südostwärts abzieht.
Am Donnerstag schiebt sich das Tief über der Nordsee weiter gen Osten, spaltet sich aber in zwei Teiltiefs. Eines davon erreicht am Donnerstagabend Dänemark, während sich das andere über der Nordsee weiter verstärkt. Vorübergehend liegt über Gesamtdeutschland relativ milde Luft mit über 0 Grad in 850 hPa. Die Maxima im Norden liegen zwischen 2 und 5 Grad. Sonst werden 6 bis 10, im Südwesten örtlich bis 12 Grad erreicht. Da der Feuchtenachschub aus Westen/Südwesten nicht abreißt, sind weitere Regenfälle wahrscheinlich. Je nach Lage der Randtröge um das Zentraltief herum, fallen diese regional kräftiger aus. In den Weststaulagen der Mittelgebirge kommt es zu Stauniederschlägen, die mit geringer Wahrscheinlichkeit die markante Schwelle von 30 l/qm in 24 Stunden erreichen. Am Schwarzwald können sich über mehrere Tage hinweg auch unwetterartige Mengen summieren. Aufgrund des anhaltend erhöhten Druckgradienten weht ein mäßiger bis frischer, im Bergland auch starker süd- bis südwestlicher Wind. In den Hochlagen sind weiterhin stürmische Böen, vereinzelt auch Sturmböen möglich. In den Niederungen treten vereinzelt steife Böen auf. In der Nacht zum Freitag verlagert sich das westliche Teiltief südwärts in Richtung Niederlande, das östliche Tief nordostwärts. Damit beginnt in der Höhe der Zustrom kühlerer Luft und die Schneefallgrenze sinkt auf rund 1000 m. Da sich mit südlichem Wind bodennah aber mildere Luft durchgesetzt hat, ist die Frostgefahr in den Niederungen gering. Es könnte nach aktuellen Berechnungen auf Grundlage des IFS im Nordosten die erste frostfreie Nacht seit Langem werden.
Am Freitag zieht das Tief vor der niederländischen Küste entlang ostwärts, erreicht am Abend Nordfriesland beziehungsweise den Süden Dänemarks und zieht in der Nacht zum Samstag auf die Ostsee. Das zugehörige Frontensystem (derzeit Kaltfront) erreicht Deutschland bereits in den Morgenstunden, verlagert sich aber tagsüber rasch ost- und südwärts. Zunächst fällt unterhalb von 1000 m meist Regen, mit dem Zustrom kälterer Luft aus Nordwesten gehen die Regenfälle aber in der zweiten Tageshälfte zunehmend in Schnee über. Im Süden schleift die Front längere Zeit, was zu weiteren, kräftigeren Niederschlägen im Schwarzwaldstau führt. In den Hochlagen der Alpen sind länger andauernde Schneefälle möglich. Im übrigen Bundesgebiet lassen die Niederschläge am Abend und in der ersten Nachthälfte aber deutlich nach. Mit dem Zug des Tiefs frischt auch der Wind weiter auf. Dabei sind vorübergehend verbreitet steife, im Bergland stürmische Böen, an der Nordsee auch Sturmböen möglich.
Am Samstag liegen wir auf der Rückseite des nach Nordosten über die Ostsee und Südschweden abziehenden Tiefs im Zustrom kalter und feuchter Luft aus Nordwesten. Es kommt immer wieder zu leichten Schnee- oder Regenfällen. Aus Südwesten macht sich nur langsam hoher Luftdruck bemerkbar. Der soll uns aber am Sonntag überströmen, was zum Abtrocknen der Luft von Südwesten her führt. Der Hochdruckeinfluss gibt aber nur ein kurzes Gastspiel. Von den Britischen Inseln verlagert sich ein neues Tief Richtung Südskandinavien und bedenkt uns mit feuchter und auch wieder milderer Luft.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz zwischen den letzten IFS Läufen beschränkt sich auf den zunehmenden Tiefdruckeinfluss in Mitteleuropa. Wo Boden- und Höhentiefs liegen, woher die Luft kommt und wie feucht sie ist, ist offen. Dabei sind die einzelnen Läufe nicht als Ausreißer zu verstehen, sie bauen aufeinander auf. Die Strukturen sind verwandt, die Ergebnisse dennoch unterschiedlich.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Im Vergleich mit anderen Modellen ergibt sich ein ähnliches Bild. Der zunehmende Tiefdruckeinfluss von Westen her ist sicher. Ob das Zentraltief nach Wochenmitte aber über den Britischen Inseln (GFS), der Nordsee (IFS und UK10) oder über Deutschland (ICON) liegt, ist unsicher. Gesichert scheint auf der Vorderseite zunächst der Zufluss milderer und feuchter Luft. Wie weit die es bis in den Nordosten schafft, ist noch offen. Das operationelle ICON stellt hier mit seiner defensiven Simulation (keine deutliche Milderung im Norden und Osten) allerdings einen Außenseiter dar, der von den Ensembles nicht gestützt wird. Am Wochenende fließt auf der Tiefrückseite wieder kältere Luft ein.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse ergibt für den ersten und zweiten Zeitschritt (Dienstag bis Samstag) durchgehend NAO-. Dabei fällt der erste Zeitschritt durch Monotonie auf: Es gibt nur eine Lösung und die ist wie oben beschrieben. Im zweiten Zeitschritt gibt es nur minimale Abweichungen in der Troglage. In der erweiterten Mittelfrist ist das Zwischenhoch am Sonntag immerhin in zwei von drei Lösungen zu finden. Anschließend geht es flach konturiert und eher trogvorderseitig weiter. Cluster eins (18 Member) will davon allerdings nichts wissen und zieht auch in der neuen Woche eine zyklonale Lage mit Feuchte und Kälte vor.
Die Rauchfahnen zeigen kaum Auffälligkeiten. Es gibt durchgehend Niederschläge, das Geopotential sinkt bis Samstag stetig ab und steigt dann wieder. Bei der Temperatur gibt es zum Ende der Woche einen deutlichen Absturz, allerdings könnte der nach den Ensembles auch noch stärker ausfallen, als das im Moment vorhergesagt ist. Ein Durchgreifen milderer Luft (knapp über 0 Grad in 850 hPa) zur Wochenmitte im Norden und Osten ist aber gut zu erkennen.
Die Berg- und Talfahrt der Temperatur spiegelt sich auch im Ensemble des GFS wider, wobei die Andauer der Milderung durchaus unterschiedlich ist. Bei ICON ist hingegen keine Milderung im Norden oder Osten zu Wochenmitte zu finden. Erst Donnerstag und Freitag geben die Ensembles vor allem im Osten deutliche Signale für signifikant mildere Luft, der operationelle Lauf macht da allerdings nicht mit und befindet sich deutlich am unteren Ende.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Der EFI liefert im Südwesten deutliche Signale für außergewöhnlich nasses Wetter. Das belegen auch die EPSe, die durchweg moderate Signale für Dauerregen und geringe Signale für ergiebigen Dauerregen im Schwarzwaldstau zeigen. Der auffrischende Ostwind mit stürmischen Böen am Mittwoch an der Küste löst beim EFI keine Signale aus. Der Südwestwind im Süden mit steifen bis stürmischen Böen, im Bergland Sturmböen oder schweren Sturmböen von Mittwoch bis Freitag hingegen schon. Aufgrund der kalten Vorwitterung können die aufkommenden Regenfälle in der Mitte und im Nordosten zeitweise noch zu markanter Glätte durch gefrierenden Regen führen.
Basis für Mittelfristvorhersage MOX-Mix, MOS-IFS
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Jacqueline Kernn